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Taksim Meydanı

Taksimplatz

Taksimplatz

Der Taksim-Platz ist nicht nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im europäischen Teils Istanbul, er hat auch eine wichtige politische Bedeutung in der Geschichte der Türkei. An staatlichen Feiertagen werden an dem in der Mitte stehenden Denkmal der Republik Kränze niedergelegt. Die großen Istanbuler Fußballvereine feiern ihre Erfolge an dieser Stätte. Aber es gab nicht nur freudige Ereignisse hier. Der Platz wurde in seiner langen Geschichte auch Zeuge blutiger Auseinandersetzungen. Zuletzt vergangenen Sommer, als eine Kundgebung gegen das Bauprojekt des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in einem an dem Taksimplatz angrenzenden Park sich zu einer Demonstration gegen die Regierung wandelte. Tagelang wurde der Platz belagert und es kam zu Kämpfen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Nun hat sich die Lage beruhigt. Heute schaut wieder alles sehr friedlich auf dem Platz aus. In einer Ecke des Platzes steht ein Panzerfahrzeug, daneben schwer bewaffnete Polizisten. Doch das ist hier der Normalzustand. Diese waren auch schon vor zwei Jahren, bei meinem ersten Besuch hier. Denn auf dem Taksimplatz kann immer was passieren.

Der Taksimplatz ist aber auch einer der wenigen Plätze in Europa, wo es den Leuten erlaubt ist, Tauben zu füttern. Dementsprechend sind auch einige alte Frauen mit Kopftuch hier unterwegs, die gebückt herumlaufen und Becher voll mit Körnern verkaufen. Eigentlich wollte ich über ein kleines Mädchen schreiben, das mitten auf dem Platz kniet. Um sie herum hat sie Körner ausgebreitet, um die Tauben anzulocken. In ihrer Hand hält sie eine bunte Kinderblockflöte und spielt darauf. Ein schönes Zeichen für den Frieden auf diesem geschichtsträchtigen Platz, wenn es da nicht noch ein paar Mäkel gäbe. Da wäre zu einem eine Kartonschachtel, die neben dem Mädchen liegt. Es gibt Leute, nicht das Mädchen, die hoffen, dass diese bald von Münzen überquillt. Dann begegneten mir noch andere musizierende Kinder auf der Straße. Ein Junge, der wie wild auf ein Xylofon einschlägt und ein anderes Mädchen, das auf einem kleinen Kinderakkordeon immer wieder die gleichen fünf Töne spielt. Der dritte Ton ist immer falsch und besonders laut. Auch diese haben eine Kartonschachtel vor sich liegen. All das zerstört den anrührenden Anblick des flötenspielenden Mädchens vom Taksimplatz.

Flötenspielendes Mädchen am Taksimplatz

Flötenspielendes Mädchen am Taksimplatz

Stattdessen schreibe ich über ein Blumenbeet. Eines der Blumenbeete vor dem Denkmal der Republik am Taksimplatz. Dort halten sich zwei große Hunde auf. Streunende Straßenköder, die einem in Istanbul ständig über den Weg laufen. Sie sind damit beschäftigt gemeinsam ein Loch in das Beet zu buddeln. Einer der Hunde hört mit der Arbeit auf und verschwindet. Nach einiger Zeit kommt er wieder zurück. Bereit die Arbeit wieder aufzunehmen. Er nähert sich seinem Kollegen von hinten und bekommt dabei die Erde ins Gesicht geschleudert, die sein Vordermann gerade aufschaufelt. So macht das Arbeiten aber auch keinen Spaß, denkt sich der Hund und trottet wieder davon. Soll doch der andere alleine buddeln.

Hunde graben Loch

Hunde graben Loch

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