Hotelsuche

Wenn es dunkel wird in Istanbul, die Sonne im Bosporus versinkt, dann wird es Zeit für ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Zumindest für mich. Ich breche auf, verlasse das Lokal, wo ich zu Abend ass und mache mich auf dem Weg. Bis zur Hagia Sophia ist es kein Problem, doch sobald ich das Museum hinter mir gelassen habe, wird es spannend. Ich buchte ein Hotel in Sultanahmed. Zentrale Lage im touristischsten Viertel der Stadt. Sollte also kein Problem sein, dorthin zu finden. Dachte ich. Doch die Straßen sind so sehr verwinkelt, manche Gassen so klein und unbedeutend, dass sie nicht mal auf dem Stadtplan erscheinen, dass der Weg zurück ins Hotel jeden Abend ein kleines Abenteuer ist. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich meine Unterkunft vor mir versteckt. Unterwegs komme ich an zahlreiche Läden und Restaurants vorbei. Nein, ich möchte diesen Teppich nicht kaufen. – Ihr Hotel kenne ich nicht, aber ich kann Ihnen zwei Lampen verkaufen. Nein, danke. Kein Interesse! – Nein, ich möchte nicht in Ihr Restaurant. Ich habe eben erst gegessen. – Konversationen dieser Art vertreiben mir unterwegs die Zeit. Irgendwann habe ich es dann doch geschafft, finde mein Hotel und werde vom Portier freundlich begrüßt. Er drückt mir meine Zimmerschlüssel in die Hand und ich kann mich von meinem allabendlichen Abenteuer auf meinem Zimmer ausruhen. (Ab den sechsten Tag gelang es mir endlich den Weg ohne Umwege zu finden!)

Mantı

Gestern bekam ich eine E-Mail-Anfrage zu dem türkischen Raviolli (laut Wikipedia eher Tortellini), Mantı. Gefüllt werden die Teigtaschen mit Rinder- oder Lammhackfleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Pinienkerne und Minze. Serviert werden diese dann mit einer Sauce aus Joghurt, Knoblauch und Minze. Darüber wird eine zweite warme Sauce aus Öl mit scharfen Paprikapulver geschüttet. Wer das nachmachen möchte, findet hier ein Rezept dazu. Afiyet olsun (Guten Appetit)!

Eyüp

Mist! Als ich an der Anlegestelle ankomme ist nirgendwo eine Fähre zu sehen. Ein Blick auf die Uhr… ich bin sechs Minuten zu spät. Die nächste Fähre geht erst in einer Stunde. Was mache ich so lange? Zu Fuß losgehen? Zeit in Eminönü totschlagen? Für das Erste scheint mir mein Ziel zu weit entfernt. Bei der zweiten Lösung besteht die Gefahr, dass ich auch die nächste Fähre verpasse. Also gehe ich in dem nächsten Park, setze mich auf eine freie Bank und beobachte den Straßenverkehr. Auf den anderen Bänken sitzen Obdachlose. Zwei Mädchen laufen durch den Park. Sie scheinen sich über die Leute, die hier auf den Bänken sitzen, zu unterhalten. Auf Deutsch. Als sie an mir vorbeikommen, meint eine: „Der gehört aber nicht dazu. Der schaut zu gepflegt aus.“ Ich will ihnen noch hinterherrufen, dass ich erst am Anfang meiner Pennerkarriere sei, lasse das dann aber. Später sehe ich die beiden Mädchen auf der Fähre wieder. Leider bekomme ich nicht mit, was sie dazu sagen, dass der Penner aus dem Park nun mit ihnen Schiff fährt.

Das Schiff bringt uns nach Eyüp. Bei meiner ersten Reise nach Istanbul wurde mir Eyüp als Geheimtipp von zwei Reisenden empfohlen. Ein seltsamer Geheimtipp, der in jedem Reiseführer vorkommt. Trotzdem schaffen es viele Istanbulreisende nicht hier her. Obwohl es sich wirklich lohnt. In seiner Biografie schreibt der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, dass ihm dieser Ort immer irgendwie unwirklich erschien. Er beschreibt den Ort als orientalisch, geheimnisvoll, fromm, pittoresk und mystisch. Also ein guter Kontrast zum eigentlichen Istanbul, mit seinem Gemisch aus altem und neuem, wo doch die Verwestlichung Oberhand übernimmt. Zu einem beliebten Ausflugsziel für Muslime, gar zur Pilgerstätte, ist dieser Ort durch seine Moschee geworden. Der Platz um die Moschee herum ist mit weißen Marmorplatten gepflastert. Aus dem gleichen Platten ist die Moschee erbaut. Um die Moschee herum befindet sich ein Basar. Am Eingang stehen Bettlerinnen. Kommt man an ihnen vorbei, befindet man sich im Innenhof. Von der Einrichtung ist die Moschee eher schlicht. In ihr befindet sich das Grab von Abu Ayyub al-Ansari, des Fahnenträgers des Propheten Mohammeds. In einer langen Schlange stehen die Gläubigen vor dessen Grab, berühren die Fahne, die dort liegt und beten. Dann kommt der nächste Gläubige an die Reihe.

Eyüp-Sutan-Moschee

Eyüp-Sutan-Moschee

Die zweite Sehenswürdigkeit ist der Friedhof. Nicht der Friedhof an sich, sondern eher die Aussicht, die man von dem Berg aus hat, auf dem sich der Friedhof befindet. Hoch kommt man entweder per pedes oder mit einer Seilbahn. Da ich bei meinem ersten Besuch die Seilbahn wählte, gehe ich diesmal zu Fuß hoch. Ein gewundener gepflasterter Weg führt mich hinauf. Links und rechts von mir befinden sich die Gräber. Die Grabsteine sind hier genau so wild aneinandergereiht wie die Häuser in Istanbul. Die Steine schauen eher bescheiden aus. Kommt mal eine Verzierung vor, dann handelt es sich hierbei entweder um arabische Schriftzeichen oder aufgemalte Rosen. Zwischen den Steinen streunen Katzen umher. Von Hunden ist in Eyüp, zumindest in den Bereich, dem ich besuche, keine Spur. Plötzlich bin ich oben auf dem Bergesgipfel. Ich hatte mir den Weg länger und anstrengender vorgestellt. Oben setze ich meinen Friedhofrundgang fort. Danach geniesse ich ein Gläschen çay und den Ausblick auf das Goldene Horn und auf Istanbul. Das Cafe, in dem ich sitze, ist nach Pierre Lotti benannt, einen französischen Schriftsteller. Er saß oft hier oben und liess sich von der tollen Aussicht zu seinen Romanen inspirieren. Sehr berühmt haben ihm seine Romane nicht gemacht. Die Aussicht ist aber trotzdem toll.

Blick vom Pierre-Loti-Cafe

Blick vom Pierre-Loti-Cafe

Beşiktaş

Spricht man von Besiktas, dann denken die meisten Leute an dem gleichnamigen Fußballverein. Doch der Istanbuler Stadtteil hat wesentlich mehr zu bieten als nur den Traditionsverein. Gleich gegenüber vom Stadion befindet sich der Dolmahace Palast. Sultan Abdül Mecit I. war ein begeisterter Fußballfan, deswegen verlegte er den Wohnsitz der Sultane 1843 vom Topkapi Palast direkt gegenüber zum Stadion seines Lieblingsvereins. Klingt gut? Stimmt aber nicht. Der Fußballklub wurde erst 1903 gegründet. Der wahre Grund, weswegen der Sultan diesen Bau im Auftrag gab, waren Gerüchte, dass das osmanische Reich sowohl finanziell wie militärisch am Ende sei. Dem wollte er ein Zeichen entgegensetzen und gab dem Bau eines neuen Prunkpalastes in Auftrag. Zwölf Jahre später zog der Sultan mit seiner Familie in den Palast ein. Sultan Abdülaziz war mit dem Bauwerk seines Vorgängers nicht zufrieden und liess daher seinen eigenen Palast, den Ciragan-Palast erbauen. Dessen Nachfolger Abdül Hamit II. meinte aber auch, dass er sich ein archtektonisches Denkmal setzen müsste und ließ dem nächsten Palast im Yildiz-Park erbauen. Das sollte aber der letzte Palast sein, der in Istanbul erbaute. In den frühen Jahren seiner Republik wählte Kemal Atatürk den Dolmahace Palast als seinen Wohnsitz und wird heute noch für staatlich repräsentative Anlässe genutzt.
Da die Paläste alle im Stadtteil Besiktas liegen (wobei der Ciragan-Palast inzwischen Teil des Kempinski-Hotels geworden ist), beschließe ich, alle an einem Tag zu besuchen. Zu Fuß erreiche ich den Dolmahace Palast. Dieser besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen Palast, dessen Räume öffentlich zugänglich waren und dem Harem, wo der Sultan mit seiner Familie lebte. Beide Teile des Gebäudes kann man nur mit einer Führung besichtigen und für beide Teile muss man extra Eintritt zahlen. Auf dem Gelände und den dazugehörigen Garten kann man sich aber nach einer Sicherheitskontrolle umsonst bewegen. Ich will aber das Innere der Häuser sehen. Ein Entschluss, dem ich bald bereue. Zwar beeindrucken die Zimmer durch ihre Größe und Einrichtung, aber die Informationen, die man vom Fremdenführer erhält sind eher langweilig: „Der Teppich wurde aus Wolle mit 327 Knoten geknüpft. Die Wand besteht aus 2400 Kacheln aus einem Bergwerk in Anatolien. Der Kronleuchter ist ein Geschenk des Prinzen von Frankreich.“ Diese Informationen gibt es in jedem der Räume, allerdings in abgewandelter Form. Wo bleiben die wirklich spannenden Geschichten aus dem Leben der Bewohner des Palastes? Stattdessen wird einem der Aufwand, der bei der Einrichtung eines jeden Zimmers betrieben wurde, verdeutlicht. Auch nicht uninteressant, aber auf Dauer leider etwas langweilig.
Bei der Haremführung erwartet mich leider das Gleiche. Anscheinend bin ich nicht der Einzige, der so denkt. Nach Besuch des Zimmers, in dem Kemal Atatürk starb, lassen einige Mitglieder der Gruppe und auch ich unseren Führer einfach stehen, gehen durch die verbleibenden Räume, werfen hier und dort mal einen Blick drauf und beenden unsere Führung vorzeitig. Ich schaue mich noch etwas auf dem Palastgelände um. Es gibt noch ein Uhrenmuseum. Der Eintritt wäre umsonst, aber nach der Vielzahl an Informationen über Teppichknüpfknoten, Kachelzahlen und Glasherkünfte fühle ich mich nicht mehr aufnahmebereit und beschliesse auch die beiden anderen Palastbesuche saussen zu lassen. Lediglich einen Besuch im Yildiz-Park kann ich mir noch vorstellen.
Davor muss ich mich aber noch stärken. Zum Palast gehört ein Restaurant dazu mit Blick auf dem Bosporus. Traumhaft! Da lasse ich mich nieder. Weniger traumhaft ist aber die Aufmerksamkeit des Personals dort. Es dauert lange, bis ich erst einmal eine Speisekarte bekomme und nochmal so lange, bis ich bestellen darf. Viele Gäste sind nicht so geduldig wie ich und verschwinden wieder. Mir ist das aber heute egal. Ich geniesse die Aussicht aufs Meer und warte. Warte auf meine Manti, türkische Ravioli. Danach trinke ich noch einen Tee. Als ich endlich zahlen darf, schaue ich auf die Uhr und beschliesse, dass es nun auch für einen Besuch in dem Yildiz-Park zu spät ist und laufe wieder zurück nach Eminönü, wo ich mir die Zeit bis zu meinem nächsten Termin, den Tanzenden Derwischen in der Bahnhofshalle, mit Herumlungern vertreibe.

Dolmabahçe-Palast

Dolmabahçe-Palast

Mein Lieblingsplatz

Mein Lieblingsplatz in Istanbul ist nach wie vor der Stadtteil Eminönü. Dort besonders der Fährhafen. Jeden Tag kaufe ich mir dort einen Simin, einen Sesamkringel, oder ein Balik Ekmet, ein Fischbrötchen, setze mich und geniesse das hektische Treiben um mich herum. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Ständig legen irgendwelche Fährdampfer an und ab. Laut brüllen die Kapitäne der Ausflugsboote Bosporus, um Touristen auf ihre Rundfahrten aufmerksam zu machen. An keinem anderen Ort in der Stadt bekommt man die Vielschichtig der Millionenmetropole so gut aufgezeigt wie hier.  Es ist wirklich alles unterwegs: Rentner, Arbeiter, Geschäftsleute, Schüler, Touristen und Bettler. Frauen, die die westliche Mode bevorzugen, Kopftuchträgerinnen und gespensterartige Wesen, die eine Burka tragen. Eine blaue Brücke, die Galatabrücke, führt über den Bosporus zum gegenüberliegenden Ufer in den Stadtteil Kadigöy. Auf der Brücke stehen zu jeder Tageszeit Männer und angeln. Würde ich in Istanbul leben, wäre ich wohl auch einer von ihnen. Auf der unteren Ebene der Brücke befinden sich Fischrestaurants. Manchmal bekommt man dort mit, wie eine der Angelschnüre hochgezogen wird und manchmal zappelt an einer der Schnürre sogar ein Fisch.
Aber in Eminönü gibt es auch noch andere Sehenswürdigkeiten als nur den Fährhafen. Gerade die große Yeni Cami, die Neue Moschee, ist einen Besuch wert. Ihr Name kommt daher, weil sie auf den Überresten einer abgebrannten Moschee aufgebaut wurde. Besonders beeindruckend ist der quadratische Innenhof.
Auch einen Besuch wert ist der Ägyptische Basar (Misir Carsisi), auch Gewürzbasar genannt. Warum das so ist, bemerkt man bei einem Besuch sehr schnell. Ein Besuch ist auch ein besonderes Ereignis für die Nase. Der strenge Geruch von Käse wechselt sich mit den süßlichen Duft anderer Gewürze ab. Schnell hat man sich in dem verwinkelten Gebäude zwischen den Ständen der Händler verlaufen. Nach einigen Abbiegungen ändert sich nun das Angebot. Statt Gewürze werden nun Stoffe, Kleidung, Teppiche und allerlei touristische Andenken angeboten. Die Händler sind sehr zurückhalten und zwingen niemanden dazu, in ihr Geschäft oder zu ihrem Stand zu kommen. Damit einem das Geld nicht ausgeht, findet man immer wieder Geldautomaten und Wechselstuben. Irgendwie finde ich einen Ausweg aus der Ansammlung an Läden und Ständen, lande auf einer Straße, an der sich ein Restaurant ans andere reiht und komme wieder in den Stadtteil Sultanahmed an, wo sich in einer verwinkelten Gasse mein Hotel versteckt.

Mein Lieblingsausblick: von Eminönü auf dem Galataturm

Mein Lieblingsausblick: von Eminönü auf dem Galataturm

Taksim Meydanı

Taksimplatz

Taksimplatz

Der Taksim-Platz ist nicht nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im europäischen Teils Istanbul, er hat auch eine wichtige politische Bedeutung in der Geschichte der Türkei. An staatlichen Feiertagen werden an dem in der Mitte stehenden Denkmal der Republik Kränze niedergelegt. Die großen Istanbuler Fußballvereine feiern ihre Erfolge an dieser Stätte. Aber es gab nicht nur freudige Ereignisse hier. Der Platz wurde in seiner langen Geschichte auch Zeuge blutiger Auseinandersetzungen. Zuletzt vergangenen Sommer, als eine Kundgebung gegen das Bauprojekt des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in einem an dem Taksimplatz angrenzenden Park sich zu einer Demonstration gegen die Regierung wandelte. Tagelang wurde der Platz belagert und es kam zu Kämpfen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Nun hat sich die Lage beruhigt. Heute schaut wieder alles sehr friedlich auf dem Platz aus. In einer Ecke des Platzes steht ein Panzerfahrzeug, daneben schwer bewaffnete Polizisten. Doch das ist hier der Normalzustand. Diese waren auch schon vor zwei Jahren, bei meinem ersten Besuch hier. Denn auf dem Taksimplatz kann immer was passieren.

Der Taksimplatz ist aber auch einer der wenigen Plätze in Europa, wo es den Leuten erlaubt ist, Tauben zu füttern. Dementsprechend sind auch einige alte Frauen mit Kopftuch hier unterwegs, die gebückt herumlaufen und Becher voll mit Körnern verkaufen. Eigentlich wollte ich über ein kleines Mädchen schreiben, das mitten auf dem Platz kniet. Um sie herum hat sie Körner ausgebreitet, um die Tauben anzulocken. In ihrer Hand hält sie eine bunte Kinderblockflöte und spielt darauf. Ein schönes Zeichen für den Frieden auf diesem geschichtsträchtigen Platz, wenn es da nicht noch ein paar Mäkel gäbe. Da wäre zu einem eine Kartonschachtel, die neben dem Mädchen liegt. Es gibt Leute, nicht das Mädchen, die hoffen, dass diese bald von Münzen überquillt. Dann begegneten mir noch andere musizierende Kinder auf der Straße. Ein Junge, der wie wild auf ein Xylofon einschlägt und ein anderes Mädchen, das auf einem kleinen Kinderakkordeon immer wieder die gleichen fünf Töne spielt. Der dritte Ton ist immer falsch und besonders laut. Auch diese haben eine Kartonschachtel vor sich liegen. All das zerstört den anrührenden Anblick des flötenspielenden Mädchens vom Taksimplatz.

Flötenspielendes Mädchen am Taksimplatz

Flötenspielendes Mädchen am Taksimplatz

Stattdessen schreibe ich über ein Blumenbeet. Eines der Blumenbeete vor dem Denkmal der Republik am Taksimplatz. Dort halten sich zwei große Hunde auf. Streunende Straßenköder, die einem in Istanbul ständig über den Weg laufen. Sie sind damit beschäftigt gemeinsam ein Loch in das Beet zu buddeln. Einer der Hunde hört mit der Arbeit auf und verschwindet. Nach einiger Zeit kommt er wieder zurück. Bereit die Arbeit wieder aufzunehmen. Er nähert sich seinem Kollegen von hinten und bekommt dabei die Erde ins Gesicht geschleudert, die sein Vordermann gerade aufschaufelt. So macht das Arbeiten aber auch keinen Spaß, denkt sich der Hund und trottet wieder davon. Soll doch der andere alleine buddeln.

Hunde graben Loch

Hunde graben Loch

Yanlış bir şekilde

Dem falschen Weg bin ich gegangen. Nach meiner Ankunft im Hotel und einer kurzen Ruhephase beschloss ich meine Lieblingsplätze der letzten Reise noch einmal kurz aufzusuchen. Laut Stadtplan müsste ich nur der großen Straße folgen, der Kennedy Cadessi. Die sollte mich aussen herum am Topkapi Palast vorbei und auch vorbei an Sultanahmed nach Eminönü führen. Also marschierte ich an diesem gruen bewolkten Tag los. Als erstes sprachen mich zwei Männer an, die mir ihre Lederfabrik zeigen wollten und wahrscheinlich im Hinterkopf hatten, mir eine maßgeschneiderte Jacke zu verkaufen. Nach einem kurzem Gespräch, gemischt aus türkisch, englisch und deutsch, konnte ich die Verkäufer doch irgendwie abwimmeln und ging einfach weiter.  Der Weg führte mich an der alten Stadtmauer entlang, rechts on mir die stark befahrene Straße, auf der anderen Seite das Meer. Einige Männer standen dort und gingen dem Lieblingshobby eines jeden Istanbulers Mannes nach und angelten. Vereinzelt kamen mir einige Straßenköter und Touristen entgegen. Was ich nicht sah, war die Fassade des Topaki Palastes. Langsam kamen Zweifel auf, ob ich denn auf dem richtigen Weg bin. Spätestens als ich in der Ferne ein langes weites Gebäude sah, das ich von meiner letzten Bosporus-Rundfahrt kannte. Da wusste ich, dass ich auf dem falschem Weg war. Also drehte ich um und ging dem Weg wieder zurück. Um meinen zwei Leuten von der Lederfabrik nicht wieder zu begegnen, bog ich vorher ab. Diese Abbiegung führte mich nach Sultanahmed, wo ich was Essen ging, noch etwas herumleif und dann den Weg ins Hotel suchte.